Letzte Woche war es dann so weit: er konnte wieder nach Hause. Mit der Kundin hatte ich vereinbart, dass wir gleichzeitig eine Trainingsstunde machen. Am Telefon wirkte sie unglaublich unsicher, sprach immer wieder ihre Zweifel aus ob sie das mit diesem Hund schaffen würde – sie hätte ja bis jetzt alles falsch gemacht. Bei ihr angekommen, schickten wir nach der ersten Begrüßungsfreude den Hund erstmal in sein Körbchen für ein Nickerchen. Vorher hatte ich darum gebeten, kein Spielzeug, Kauknochen usw herumliegen zu lassen, da dieser Hund sich schnell von Reizen aufregen lässt und schwer aus sich selbst in die Ruhe findet.
dinsdag 6 mei 2014
"Ich mache alles falsch"
Letzte Woche war es dann so weit: er konnte wieder nach Hause. Mit der Kundin hatte ich vereinbart, dass wir gleichzeitig eine Trainingsstunde machen. Am Telefon wirkte sie unglaublich unsicher, sprach immer wieder ihre Zweifel aus ob sie das mit diesem Hund schaffen würde – sie hätte ja bis jetzt alles falsch gemacht. Bei ihr angekommen, schickten wir nach der ersten Begrüßungsfreude den Hund erstmal in sein Körbchen für ein Nickerchen. Vorher hatte ich darum gebeten, kein Spielzeug, Kauknochen usw herumliegen zu lassen, da dieser Hund sich schnell von Reizen aufregen lässt und schwer aus sich selbst in die Ruhe findet.
dinsdag 29 april 2014
Eine persönliche Stellungnahme
woensdag 5 februari 2014
woensdag 26 december 2012
Canis - Liebeserklärung
Ich bin nicht mit Canis verheiratet. Aber ich liebe Canis und die Menschen die dazu gehören. Mein erstes Seminar bei Canis, die (damals noch 9-tätige) "Praktische Woche", fand statt in 2003. 4 Jahre später, in 2007, kurz vor der Abschlussprüfung, habe ich dann endlich das Pflichtprotokoll geschrieben. Es wurde eine Liebeserklärung. Heute, noch einmal 5 Jahre später, habe ich es wieder gelesen. Ich möchte es teilen, mit allen Menschen die sich dafür interessieren was Canis bedeutet und wie bei Canis gearbeitet wird. Ich möchte das Versprechen erneuern. Es ist lang - weil es so viel gibt das mich beeindruckt hat, gerührt hat, geprägt hat. Ich bin so dankbar dafür.
- Der individuelle Hund bestimmt die Wahl und die Intensität des Handelns des Halters.
- Sozialverhalten ist nicht nur freundlich und nett. Das Totbeissen eines anderen Hundes kann auch Sozialverhalten sein.
- Leinenführigkeit bedeutet, dass der Hund sich permanent an seinem Halter orientiert (jetzt bin ich noch nicht schlauer!).
- Spielen mit dem Hund und Leckerlis geben hat nichts mit Bindung zu tun. Futter ist außerdem oftmals ein zu schwacher Motivator. Als Beispiel wird ein 1 ½ jähriger Rüde genannt, der andere Sachen viel interessanter findet.
- Konditionierung ist kein soziales Lernen.
- „Sanfte“ bestrafende Methoden können eine viel intensivere Auswirkung haben als eine einmalige, deutliche Unterbrechung die vom Menschen kommt (als Beispiel wird die psychisch sehr belastende Auswirkung der „Schelle“ – (Fisher-Disks) genannt).
- Beim Ignorieren von Verhalten werden verstärkende Muster (positiv und negativ), weggelassen. Das Problemverhalten, wie z.B. Bellen, wird dann erst grösser, bevor es abnimmt. Problematisch wird es, wenn man Verhalten ignoriert, bei dem es dem Hund egal ist was ich davon finde.
- Falsche Verknüpfungen, die z.B entstehen können beim Einsatz vom Stachelhalsband bei Leinenaggression, verstärken das Problem.
- Der Hund darf Fragen stellen! Zum Beispiel die Frage ob heute noch gilt was gestern gesagt ist.
- Beim praktischen Teil dieses Tages wird mir endlich deutlich was man unter Leinenführigkeit versteht. Ich kopiere Michael einmal mit meinen beiden Hunden und bin begeistert. Wow. Neben mir tänzeln zwei Podencos und gucken ganz viel hoch und fragen mich wo ich hin möchte. Ich muss mich anstrengen nicht dauernd zurückzugucken - einander die ganze Zeit anstarren, wie ich in der früheren Hundeschule gelernt hatte, ist erstens unangenehm für beide, zweitens sinnlos und drittens sehr unpraktisch im täglichen Leben.
- Die wichtigste Veränderung die sich in meinem Denken vollzogen hat, ist dass ich eine Hemmschwelle überwunden habe, die verhinderte dass ich etwas von meinem Hund abfordern konnte. Vor allem von Lucy, der „armen Spanierin die ja so sensibel ist“, hatte ich noch nie etwas eingefordert oder sie einfach nur begrenzt. Sie sollte es ja gut haben bei mir! Das Resultat davon war: ein frustrierter Mensch und einen Hund den man nirgends ableinen kann. Für einen Podenco nicht gerade ein tolles Leben. Mit der Überwindung dieser Schwelle erfuhr ich eine enorme Erleichterung. Es ist OK wenn ich ihr Grenzen stelle und – sehr wichtig – ich (meine Bedürfnisse) zähle auch!
- Ich stelle fest dass ich auch noch Vieles sein lassen muss. Zum Beispiel die Zentralbespassung. Wieder eine Frage der Verantwortung: ich bin nicht verantwortlich oder angestellt um meine Hunde zu bespassen. Noch abgesehen davon: meine Hunde fragen nicht danach bespasst zu werden. Das einzige was ich damit mache ist, mein Gewissen beruhigen. Zum Beispiel weil ich eigentlich finde, dass gerade so ein lauffreudiger Hund wie ein Podenco sein Leben nicht ausschliesslich an der Leine führen sollte. Wie soll sie aber jemals auf mich hören wenn für sie Wichtiges unseren Weg kreuzt, sie aber in ganz einfachen Situationen nicht gelernt hat, dass Muttern meint was sie sagt?
- Die andere Seite muss es auch geben, den entspannten Kontakt, streicheln, kuscheln usw. Je klarer die Grenzen sind, je besser die Stimmung in der wir zusammen sind, je größer die Freiheit die ich meinen Hunden geben kann. Gute Stimmung und viel Freiheit sind das größte Geschenk, in jeder Beziehung, in jeder Partnerschaft.
- Ich habe mehr Selbstvertrauen im Umgang mit meinen Hunden, aber auch mehr Vertrauen in meine Hunde.
- Ich habe weniger dass Gefühl dass nur meine Hunde Spass haben müssen, dafür mehr das Gefühl dass wir Spass haben sollen.
- Ich stehe nicht mehr so oft hilflos da, wenn meine Hunde etwas tun was ich nicht möchte, oder nicht tun was ich möchte – ich bin handlungsfähiger geworden.
- Ich habe nicht mehr die Angst, dass die Hunde mich nicht mehr lieben, wenn ich sie begrenze.
- Ich kann mit Lucy an der Leine laufen ohne mich schuldig zu fühlen – ich habe einen Ausblick bekommen und weiß nun, dass es einen Weg gibt um ihr mehr Freiheit geben zu können. Lucy anleinen ist etwas geworden, das JETZT noch nötig ist und nicht etwas, das ihr Leben lang so bleiben muss.
- Was mir sehr geholfen hat und ein Eyeopener für mich war, ist der ständige Vergleich von Hunden (Hundeerziehung) mit Kindern (Kindererziehung).
- Weiterhin hat mir sehr geholfen, dass Nadin und Michael so oft „toller Hund“ gesagt haben zu meinem „Problemfall“. Das hat viel Druck weggenommen und hat mir geholfen die andere Seite zu sehen, statt das Verhalten meiner Hunde nur zu verteidigen und zu entschuldigen. Es hat wieder Liebe in unsere Beziehung gebracht.
- Nadin und Michael waren (und sind) für mich die grossen Vorbilder wie man mit Menschen und ihren Hunden umgeht.
- Scotty fiept und piepst nicht mehr, wenn ich ihn irgendwo anbinde
- Lucy stellt sich nicht mehr gegen mich und kratzt
- Beide machen Platz wenn ich es sage
- Scotty fragt nachdrücklich ob er echt gehen darf wenn ich ihn ableine, oder ob er etwas echt fressen darf
- Lucy ist nicht länger als 10 Minuten weggewesen (das hat sich zwar wieder gegeben, zeigte mir aber, dass sich etwas ändern kann!)
- Lucy hat, wenn ich sie angebunden habe, die Leine nicht mehr durchgebissen
- Es ist mehr Ruhe und Entspannung in die Hunde gekommen
- Scotty bellt nicht mehr mit anderen Hunden mit, wenn er im Platz liegt
- Beide sind leinenführig.
- Der Spass und die gefühlte Verbundenheit
- Das rituale Begräbnis der Quitschi als Symbol der Zentralbespassung und der kommerziellen Ausbeutung des Hundes
- Die meistgestellte Frage: „ist Lucy da?“
- Das Essen im Bärenhof
- Die Ruhe der Hunde im Seminarraum – sie wurden einfach mal in Ruhe gelassen und das reichte, um auch mal die Ruhe zu finden
- Die unglaubliche Toleranz und Sorgfalt von Michael und Nadin für Hunde UND Menschen, der Blick für das Individuum jedes Hundes. Als Beispiel blieb mir bei, dass in einer Situation in der ein Spaziergänger auf die Gruppe zu kam, Michael meinte, kein Hund sollte bellen. Nur der Herdenschutzhund, der durfte.
- Der letzte Tag, an dem die Canisstudenten zu mir kamen und sagten: „wir haben beschlossen dass du Canis-Studentin werden musst“
- Die anschliessende Wanderung im Böhmerwald mit Michael Eichhorn, mit Lucy immer auf geschätzten 2 km Abstand deutlich hörbar hinter allem was lebt herhetzend
- Die anschliessenden Tage mit Michael Eichhorn, Ray Coppinger und Peter Neville
- Der Moment an dem der Anruf kam dass Erik Ziemen gestorben ist – genau in dem Moment, an dem wir die gerade ausgegrabenen Wolfswelpen im Gehege streichelten...
- Die Trauer, dass ich Erik nie kennenlernen durfte.
donderdag 5 april 2012
Lamp bei Lampen-Udo
Lampen sind mir ein Gräuel. Sie haben Birnen, oder auch Leuchtmittel die kaputt gehen und immer wenn du gerade den echt besten Platz für Birnen gefunden hast, befindet der sich genau an dem Moment wo du eine suchst, an ganz anderer Stelle. Die aber unbekannt bleibt, so dass du neue kaufen musst. In meinem Haus müssen unzählige Vorratstellen von Leuchtmitteln sein und ich fühl mich dauernd wie die Feldmaus im Winter die ihre Eichelbergchen sucht. Mit dem Unterschied, dass sie erfolgreicher sein wird als ich, sonst gäbe es keine Feldmäuse mehr.
Es gibt seltene Momente an denen ich die neue Birne finde, dann aber ist auf jeden Fall die Fassung zu groß oder zu klein, nach Bedarf umgekehrt eben. Das nächste Problem ist dann, dass die Lampe zu hoch hängt und die Leiter gesucht werden muss, oder erst was aufgeschraubt werden muss und der Schraubenzieher sich bei dem Birnenvorrat befindet.
Von meiner Freundin Alexandra habe ich vor Jahren eine Lampe bekommen. Ein sogenannter Deckenfluter – ich nannte sie immer Stehlampe. Die war phantastisch, gab schönes Licht wenn sie die Decke flutete und tolles Licht wenn ich nähte, stickte oder machte was eine Frau sonst noch toll findet, wozu man aber erst Nagelschere, Nagellack oder Wax suchen müsste an wieder anderer Vorratstelle.
Diese Lampe ging irgendwann kaputt. Erst war der Fußschalter, mit dem man das Licht –Wahnsinn!- gleichzeitig dimmen konnte, kaputt. Mit Klebepflaster ging die Lampe aber noch an und aus. Dann war das Stäbchen wo das Licht raus kam kaputt. Ich wusste nicht wie das heißt und als ich es zufällig im Baumarkt sah wusste ich natürlich nicht welche Größe.
Die Lampe stand seitdem im Schuppen. Regelmäßig räumten verschiedene Männer (nie Frauen!) den Schuppen auf, fanden Vorräte von Leuchtmitteln, versteckten die woanders, fragten „kann die Lampe weg?“ und bekamen immer als Antwort „neiiin! Die ist von Alexandra und das ist die beste Lampe je und die muss nur repariert werden!“.
Letztes Jahr meinte der Mann der derzeitig den Schuppen aufräumte, dass die Lampe prima wäre und nur das Leuchtmittel fehlte. Dann aber kam die Hiobsbotschaft: das Gläschen vor dem Stäbchen fehlte. Ohne Gläschen zu gefährlich. Da stand sie wieder, die Lampe.
Im Baumarkt hatte ich schon mal gefragt ob man so einen Fußschalter auch lose bekommen könnte. Das habe ich nicht so eben beiläufig gefragt. Ich habe geklingelt, man hat über den ganzen Baumarkt, und der ist groß, ausgerufen, dass jemand geklingelt hat, ich habe unzählige Baumarktmitarbeiter in der Ferne gesehen, die alle verschreckt woanders hingeguckt haben weil ich dummerweise fragend geguckt habe, bis irgendwann jemand kam, die Wangen aufblies, den Kopf bedächtig schüttelte, einen großen Katalog durchblätterte und schließlich seufzend meinte „nee. Geht gar nicht.“.
Schade. Abgang mit hängenden Schultern.
Ich behalf mich mit Stehlampen von Ikea, € 10.- pro Stück. Verbrauch ungefähr eine pro Abend, denn wenn einmal ein Hund dagegen gelaufen ist, sind alle Schraubverbindungen ausgeleiert und fällt die Lampe auseinander.
Gestern war mein Vorrat Ikea-Stehlampen endgültig verbraucht. Ich suchte im Internet nach einem Lampenladen und fuhr zu Lampen-Udo in Kleve. Da fand ich einen Laden, so vollgepackt mit Lampen, dass ich jetzt, 12 Stunden später, wenn ich die Augen schließe immer noch nur Lampen sehe. Hinter der Verkaufstheke ein Mann, möglicherweise der Lampen-Udo, vor einem Tisch der aussieht wie mein Schreibtisch: vollgepackt mit allem was man im Leben braucht, inklusive Aschenbecher und Kaffeetasse. Da ich eigentlich eine neue Lampe kaufen wollte, das Angebot aber zu überwältigend war, fragte ich spontan aber zaghaft „haben sie vielleicht auch so´n Gläschen...??“. Udo´s Hand bewegte sich schnell über seinen Tisch und kam zurück mit einem Karton... voll gebrauchter Gläschen. „Wie groß soll´s denn sein?“. Ui. Keine Ahnung. „zum Klemmen oder Schrauben?“. Wieder ui. Romy anrufen, schnell. Der Mann hat Gläschen! Romy rennt, Romy sucht Lampe, Romy guckt, Romy sucht was mit Zentimetern drauf. Ich bekomme mein Gläschen, zum Klemmen. Ich fahr nach Hause, ui, doch zum Schrauben. Außerdem stellt sich heraus, dass ein Mann (nie eine Frau!), aus unbekanntem Grund den Stecker abgeschnitten hat.
Ich fahr wieder nach Kleve, zum Udo. Bekomme Schraubklemmen aus anderem Karton. Ich murmel zaghaft, aber doch irgendwie mutig geworden, was über Fußschalter mit Dimmer, und dass der Stecker jetzt auch noch fehlt. Udo steckt seine Hand in ein Regal, zieht sie zurück und überreicht mir das Gewünschte. WOW. Dann malt er mit Farben die Löcher an wo die Drähte rein sollen. Ich fahr nach Hause. Ui. Gläschen zu groß.
Romy hat Feierabend. Romy schreit mich an „du fährst jetzt nochmal! Ich bleibe! Geh!!!“. Ich fahr zum dritten Mal nach Kleve, zum Udo. Udo ist nirgendwo zu sehen. Nach ein paar „Hallo? Hallo!“ ertönt hinter einem Vorhang eine Stimme „komme gleich! Erst Kaffee kochen!“. Das wäre doch mal was für Baumärkte. Man soll kurz warten und bekommt eine menschliche, nachvollziehbare Erklärung dazu – natürlich will ich warten!
Als Udo wieder da ist, stellt sich heraus, dass kein passendes Gläschen da ist. Aber keine Not, er guckt im Lager nach und wenn da auch nichts ist, schleift er einfach eins für mich ab. Samstag kann ich es abholen.
Ich fahr nach Hause und weiß eins sicher: für alles rundum Lampen nie wieder Baumarkt.
Ich hab jetzt den Udo, auf dessen Website steht: „Wir machen das Unmögliche für Sie möglich.“
:-)
woensdag 4 april 2012
Über die Hilflosigkeit des Hunde(trainer)halters
Wolfshunde kommunizieren liebend gerne. Und gerne lautstark. Sehr lautstark. Sie ergreifen jede Gelegenheit um lautstark einander und der Umgebung mitzuteilen, was sie gerade fühlen. Gefühlsschwankungen lieben sie auch – so haben sie mehr und öfter einen Grund sich mitzuteilen.
Des Öfteren wird gesagt, Wolfshunde bellen nicht, sondern heulen. Das ist nicht wahr. Wolfshunde bellen gerne, aber nicht nur. Sie haben in Wirklichkeit ein unendliches Repertoire von Geräuschen, vom Bellen, Jaulen, „HA!HA!HA!“ rufen (am liebsten 50 mal hintereinander), über Sprechknurren, Bärensprache mit weitaufgerissenem Maul bis Heulen. Und alles gerne ganz laut.
Wenn vier „normale“ Hunde mit 4 Wolfshunden zusammenleben, lernen die anderen Hunde ganz schnell, das Kommunizieren genau so zu lieben. Sie lernen auch das ganze Repertoire der Geräusche.
Manchmal ist das alles ziemlich nervig. Vor allem wenn ich am Schreibtisch sitze und probiere mich zu konzentrieren. Schon das Öffnen einer Schublade (in der noch NIE etwas zu essen war), kann für den einen oder anderen ein Zeichen sein, den anderen zu erzählen was man dabei fühlt. Alle anderen machen selbstverständlich sofort mit – man will ja nicht unhöflich sein, oder gar den Eindruck wecken, dass man nichts fühlt.
Grosse Emotionen entstehen auch, wenn ich ein Telefongespräch führe. Totale Hysterie entwickelt sich wenn ich zur Wohnungstür herein komme. Dann müssen alle Emotionen der letzten 5 Minuten, 2 Stunden oder auch 2 Tage kommuniziert werden – wobei der Nachholbedarf immer gleich lang und gleich laut ist, egal ob die Trennung 5 Minuten, 2 Stunden oder 2 Tage gedauert hat.
Kommunizieren macht meinen Hunden nämlich am meisten Spass, wenn ich dabei bin. Ohne mich sind sie meistens ruhig, bellen wenn sie etwas hören, aber erzählen sich nicht so viel.
Seit Jahren habe ich probiert das zu ändern. Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten. Man tut selber als ob alles normal ist. Ich war ja nur kurz draußen, begrüße also keinen, bin selber ruhig. Erfolg gleich Null. Eigentlich noch weniger, denn wenn man nicht gehört wird muss man halt lauter, oder? Nächster Versuch: unterbrechen. „aus, ab, Schluss, es reicht, klaar nou, afgelopen“ – egal in welcher Sprache, es wird verstanden als: „Hurra, sie fühlt auch was!!!“. Konditionieren: ich geh rein, raus, rein, raus, und komme erst richtig rein wenn alles ruhig ist. Toll, geht super, so lange man übt. Aber man kann ja nicht nur üben, man muss manchmal schnell rein, zum Computer, was ausdrucken, wieder raus (Jaul!HA!HA!HA! mal 8 mal 50). Natürlich könnte ich auch mit irgendwas rumscheppern, aber dann würde ich den ganzen Tag nur scheppern. Ich möchte ja auch gar nicht, dass nicht mehr kommuniziert wird, nur wäre es schön, den Lärm auch mal unterbrechen zu können. Weil die Aufregung einfach zu groß ist, oder der Grund zur Aufregung zu klein...
Vor einigen Tagen war es wieder so weit, im Arbeitszimmer. Kein Grund (schubladenartige Aktivität), großes Gewusel und Lärm. Ohne nachzudenken sprang ich auf und sagte „raus.“, stellte mich an die Zimmertür und zeigte den Weg. 6 Hunde liefen raus, die zwei die nicht mitgemacht hatten blieben liegen und ich machte die Tür zu. Ruhe. Im Flur Ruhe, im Arbeitszimmer Ruhe, herrlich. Ich machte meine Arbeit fertig und machte die Tür wieder auf, die Hunde kamen ruhig und mit fragenden Blicken wieder rein. In den Tagen danach habe ich das noch ein paar Mal wiederholt. Seitdem reicht auch draußen, wenn die Gruppe zur Hysterie neigt, ein einfaches „Raus.“. Mit Fingerzeigen, Richtung egal. Alle mucksmäuschenstill, ich mit Freude in der Brust und ernstem Gesicht.
Wie logisch. Alle wollen gerne bei mir sein und sind am lautesten wenn ich ´nicht da war´. Und ich bin nie drauf gekommen zu sagen „wenn ihr so laut seid, könnt ihr nicht bei mir sein“. Und zwar von drinnen nach draußen, die Hunde von mir weg, statt andersrum. Das Resultat bleibt gleich (wir sind getrennt), aber "sie geht von uns weg" ist für die Hunde Grund zur Aufregung (Stimmungssteigerung), "wir müssen von ihr weg" dagegen bewirkt eine Stimmungsreduzierung.
Andersrum denken ist eine der schwierigsten Sachen im Leben. Weg von dem was ich immer schon so gemacht habe. Und immer wieder ist es gerade das, was mich weiter führt.
Das Schöne an der ganzen Sache ist: ich kann jetzt auch wieder unbeschwert mit-kommunizieren. Ohne mich dauernd beherrschen zu müssen, weil mir das Ganze sonst über den Kopf wächst und ich keinen Einfluss mehr habe auf die Gruppenstimmung. Ich bin begeistert.
zondag 11 maart 2012
Komplexität im Tierschutz
"Es gibt ganz viele Streunerhunde. Meistens werden sie in der Nähe von Restaurants toleriert, so lange sie nicht von den Tellern stehlen. Viele Menschen werfen Knochenreste auf die Strasse. Schlimm sind die ärmeren, ländlichen Gebiete - sogar die Hunde die zu Menschen gehören sind dort oftmals sehr abgemagert. Rüden sehen öfter besser aus, säugende Hündinnen sehen grausam aus. Auch bei Pferden und Maulpferden die arbeiten müssen stechen die Knochen raus. In der Nähe einer Vieharztpraxis laufen viel kastrierte Rüden rum. Vereinzelt gibt es in grösseren Städten Auffangprojekte und wird auch kastriert.
Viele Hundehalter lassen ihre Hunde frei laufen und am laufenden Band trächtig werden. Welpen werden überall verkauft, bei Supermarkten, Bushaltestellen usw.. So hat man etwas mehr Geld. Oftmals sind das Leute mit grossen Familien die selber nicht mehr als eine Mahlzeit pro Tag haben."
Meine Idee war eigentlich, Geld zu spenden für Kastrationsprojekte wobei die Hunde wieder ausgesetzt werden. Weniger Welpen, weniger Streuner, Bevölkerung toleranter, Problem kleiner. Aber Moment mal - ich habe ja gerade erfahren, dass die Welpen eine Einnahmequelle sind für viele Menschen, vielleicht die Einnahmequelle die genau für die eine Mahlzeit pro Tag sorgt. Was passiert denn wenn man diese Hunde kastriert? Es wird weniger Welpen geben. Da es scheinbar einen Markt gibt für Welpen, wird der Preis steigen wenn die Anzahl der Welpen abnimmt. In Folge dessen wird der Anreiz, Welpen zu produzieren, steigen.
Die kastrierten Hunde hätten es auch nicht automatisch besser: hatten die Hunde erst noch die Funktion der Welpenproduktion, sind sie jetzt nur noch nutzlos. Warum sollte man sie jetzt noch besser versorgen oder mehr tolerieren?
Das heisst: kastrieren und aussetzen kann eine sehr gute Form von Tierschutz sein an dem einen Ort und an einem anderen Ort das Problem verschlimmern. Hier wäre die Voraussetzung den Menschen zu helfen, so dass sie den Verkauf von Welpen nicht mehr brauchen für ihr tägliches Brot. Ich kann mir nämlich gut vorstellen, dass ich, wenn ich kein Essen hätte für meine Kinder, Welpen verkaufen würde um meine Kinder zu ernähren.
So komplex ist das also. Und mein Beitrag am Tierschutz in Nicaragua könnte bedeuten, dass ich in Menschenschutz investiere.
Ich muss nochmal mit Mijke sprechen...
zondag 4 maart 2012
Proportionalität im Tierschutz
Gerade sah ich auf Facebook den Hilferuf einer Tierschutzorganisation, die sich unter anderem einsetzt für Hunde in einer Perrera, einem Auffanglager für Hunde. Laut des Vereins sind alle Hunde in dieser Perrera zur Tötung freigegeben und können nur gegen einen Betrag von € 80.- pro Hund freigekauft werden. Hierzu wird Geld benötigt.
Bei mir entstanden ein paar Fragen als ich den Aufruf sah. Vielleicht würde ich mir die gar nicht stellen wenn ich viel Geld hätte – das ist aber leider nicht der Fall. Ich würde gerne allen Menschen und Tieren helfen die Hilfe benötigen, aber das geht nicht. Ich habe darum die Qual der Wahl. Erst mal: Mensch (alt? krank? behindert? Psychische Probleme? Kinder? Hungrig? in welchem Land? usw usw) oder Tier (Haustiere oder Nutztiere? Hunde oder Katzen? jung? alt? krank? behindert? eingesperrt? auf der Tötungsliste? hat noch ein Leben vor sich oder soll es wenigstens noch kurz besser haben bevor es stirbt? lebt auf der Strasse aber jemand muss sich kümmern? Aufklärungsprojekte? Kastrationsprojekte? In welchem Land? usw. usw).
Jedes Mal, wenn ich mich für ein Spendenziel entscheide, entscheide ich mich gegen ein anderes das genau so viel Hilfe braucht. Es ist zum verrückt werden! Frustrierend!
Eigentlich ist das auch der Grund warum ich für die Stiftung, die in den Niederlanden gegründet ist um zu helfen die Hunde die ich hier aufgenommen habe durchzubringen, keine Werbung mache (kurz zur Klärung: in NL braucht man, anders als in D, kein Kapital um eine Stiftung zu gründen. Sonst wäre „meine“ nämlich nicht da J). Weil ich ja weiß, wie viel Geld über-und überall nötig ist und wo Mensch und Tier es viele, viele Male schlechter haben als die Hunde die bei mir wohnen.
Die Vielzahl von Hilferufen! Die Vielzahl von Spendenzielen und von Vereinen! Es fühlt sich an wie ein bodenloses Fass, der Tropfen auf dem heißen Stein. Es motiviert nicht um mehr zu machen sondern es lähmt. Und zwar gewaltig.
Ich glaube ich bin nicht der einzige Mensch der diese Gefühle hat. Und was beiträgt an der Frustration und der Lähmung: es wird irgendwie nicht besser. Im Gegenteil: es sitzen immer mehr Hunde in der „Tötung“ und es gibt immer mehr Vereine die das Ziel haben diesen Hunden zu helfen. Irgendwas stimmt da doch nicht? Immer mehr Hunde aus immer mehr Ländern werden nicht nur nach Deutschland exportiert, sondern auch nach allen anderen westeuropäischen Ländern.
Ich habe mir die Frage gestellt, wer eigentlich die € 80.- pro Hund im oben genannten Beispiel bekommt. Und wer darum überhaupt nicht motiviert wäre etwas zu ändern und damit eine tolle Einnahmequelle vertrocknen zu lassen? Mit dem Besetzen solcher Einrichtungen mit neuen Hunden scheint man ja kein Problem zu haben, warum sollte man also Energie und Geld investieren in Kastrationsprogramme wobei die Tiere z.B. danach wieder ausgesetzt werden? Man wäre ja doof.
Eine andere Frage die ich mir stelle: was passiert mit der sogenannten Schutzgebühr die bezahlt wird wenn man einen Hund adoptiert? Beinah überall lese ich, dass das Geld zum Teil verwendet wird für Kastration, Impfung, Bluttests, Parasitenbekämpfung und Transport des Hundes in ein anderes Land. Der Rest geht an den Tierschutzverein vor Ort. Eine Schätzung vom Verein „Pfotenkrieger“ (http://www.pfotenkrieger.de/) geht aus von ca 400.000 importierten Hunden jährlich für Deutschland. Ausgehend von einer Schutzgebühr von € 250.- bis 350.- pro Hund sind das jährlich € 120.000.000. Genau: 6 Nullen. Wenn man die vermittelten Hunde von allen anderen west-europäischen Ländern dazu zählt, kommt man auf astronomische Beträge. Die natürlich in Wirklichkeit noch viel höher sind, denn es wird ja auch gespendet, ohne dass man einen Hund dafür bekommt, es gibt finanzielle Patenschaften usw.
Warum ändert sich denn nichts, trotz dieser Unmenge an Spendengelden die hier umgeht? Wo sind die positiven Berichte, die Schlagzeilen „An diesem Ort sind die Probleme gelöst“? Was läuft hier falsch, trotz aller gut gemeinten Aktivitäten? Sind Beträge die für Tierschutz ausgegeben werden und Angebot an Hunden die gerettet werden müssen proportionale Größen?
Vielleicht müssten wir, die Spender, noch mal ganz doll nachdenken. Darüber, was eigentlich mit dem Geld passiert. Darüber, dass die Möglichkeit besteht, dass unsere Hilfe zur Rettung eines individuellen Hundes bedeuten könnte, dass das Problem größer wird als es ursprünglich war. Nicht unser Problem, sondern das der Hunde mit denen Profit gemacht wird weil das Problem einfach Geld generiert. Wir zeigen auf unseren Hund und sagen "gerettet. Kommt aus der Tötung"... aber was tun wir da eigentlich?
Wir rufen alle, dass man nicht beim Hundehändler, Hundevermehrer usw. Welpen kaufen sollte – auch nicht, um diesen einen so traurig guckenden Welpen zu retten. Weil man damit den Hundehandel finanziert und stimuliert. Machen wir aber nicht genau das, wenn wir Hunde aus Tötungsstationen freikaufen?Und warum heisst es dann Tierschutz?
Ich werde mich auf die Suche machen nach dem Verein, nach der Initiative, die Erfolg hat. Die auf dem Weg ist sich selber überflüssig zu machen und das auch vorzeigen kann: schau, das Problem war erst so groß und jetzt ist es kleiner. Die Anzahl der Hunde wird kleiner, die Hunde haben jetzt ein besseres Leben ohne emigrieren zu müssen, die Anzahl der exportierten Hunde nimmt ab, die Bevölkerung geht anders damit um, wir finden kaum noch Welpen im Müll weil beinah alles kastriert ist.
So etwas würde mir Mut machen. Würde mich in Bewegung bringen statt mich zu frustrieren und zu lähmen. Und: es würde Nachahmung finden, anderen einen Weg zeigen. So dass es vielleicht wirklich mal besser wird!
woensdag 14 december 2011
Tierschutz-Weltbild kaputt!
Tom, mein Sohn, ist zurück von einem zwei-wöchentlichen Aufenthalt in Athen. Er war dort um Konflikte zwischen Menschen zu fotografieren: Proteste und Krawallen. Da er schon lange bei uns in der Pension arbeitet, lag sein Fokus automatisch auch woanders. Beim 4-beinigen Athener, beim Strassenhund.
Hör mal, sagt er mit leuchtenden Augen, es sind SO viele! Und sie haben es SO gut! Jeder liebt sie, sie werden verwöhnt. Sie liegen überall faul herum, und die meisten sind, na ja, vielleicht nicht echt dick, aber doch ganz schön mollig. Und so entspannt!
Ich denk ich hör nicht richtig. Moment mal, Griechenland, da kommen doch unsere armen geretteten Hunde her? Wie reimt sich das?
Mein Sohn erzählt weiter. Weißt Du, sagt er, die Hunde dort betteln überhaupt nicht. So wie unsere hier betteln, aufdringlich dasitzen und starren und immer ein Stück näher rücken und man sie echt wegschicken muss? Dort kommt ein Hund vielleicht mal gucken, aber wenn er merkt, dass Du ihm nichts geben willst, geht er halt wieder weg.
Ich sehe mich abends vorm Fernseher sitzen, 8 paar Augen strack auf mich gerichtet, telepathische Mitteilungen summen mir so eindringlich um die Ohren, dass ich den Fernseher lauter stellen muss. „ICH. Wie viel Aufmerksamkeit habe ICH heute von dir bekommen? Werde ICH hier auch mal geliebt? Werde ICH dich gleich noch lieben?“ Mal acht. Su-per Feierabend. Essen schmeckt nicht mehr. Essen reicht nicht für 1 + 8. Halbvollen Teller auf den Schrank stellen. Seufz.
Sie haben auch den ganzen Tag Beschäftigung, erzählt mein Sohn weiter. Sie laufen gerne ein Stück mit Menschen mit, zum Beispiel. Wenn sie dann an eine Ampel kommen, bleiben sie mit den Menschen stehen bis die Ampel grün wird und laufen weiter wenn die Menschen in Bewegung kommen. Er hat aber auch gesehen, dass Hunde ganz ohne Menschen bei roter Ampel stehen bleiben und die Strasse erst überqueren wenn grün ist! WOW.
Eine andere geliebte Beschäftigung ist: ein Grüppchen formen und Mopedfahrer ärgern. Das Moped wird abgestoppt und muss erst mal warten. Ab und zu probiert der Mopedfahrer ob er schon weiter darf: nöh. Noch nicht. Keiner wird echt sauer, es ist doof aber man wartet halt. Die Hunde warten darauf, dass der Fahrer probiert weg zu schiessen, das wäre natürlich ne super Jagdaktion. Sie beissen dann auch schon mal in Waden.
Meter für Meter arbeitet der Mopedfahrer sich voran, bis er aus der „Kontrollzone“ ist und weiterfahren kann, worauf die Hunde sich freudig auf das nächste Moped richten.
Solche Aktionen werden hier schwer bestraft. Mit Leinenzwang und Maulkorb, und Hundetraining-Hirnwäsche, bis diese ungesunden Neigungen unterdrückt sind...
Tom sah nirgendwo Hundekot liegen in der Stadt, trotz der Vielzahl Hunde. Er hat nicht herausgefunden ob es aufgeräumt wird oder ob die Hunde woanders „machen“ – es viel ihm aber auf, vor allem weil er Athen ansonsten eine sehr dreckige Stadt fand. Den einzigen Kot den er fand war Menschenkot, in großen Mengen, dort wo Junkies auf der Strasse leben...
Es gibt natürlich auch Haushunde in Athen. Eine schöne Beschäftigung für diese kann sein, mit den Strassenhunden zu spielen, denn die sind sehr sozial.
Die super-mega-gaudi-Beschäftigung sind die Proteste und Krawallen, die in Athen beinah täglich stattfinden. Tom wusste nicht immer, wo genau was los sein würde. Da brauchte er dann nur den Strassenhunden zu folgen, denn die lieben Krawallen und ein großer Teil ist immer dabei. Voran natürlich Loukanikos („Würstchen“), der berühmteste Hund von Athen, der immer dabei ist und immer auf der Seite der Demonstranten. Wenn irgendwas explodiert ist rennt er hin und packt das Ding und schüttelt es und schleudert es durch die Luft. Tom sah aber auch, dass als es zu schlimm wurde mit dem Tränengas und den Molotovcocktails, irgend jemand Loukanikos anleinte und mit in ein Haus nahm. Denn Loukanikos trägt, wie die meisten Strassenhunde, ein Halsband. Mit Marken. Daran kann man sehen: dieser Hund ist kastriert, ist ein Rüde (rote Marke) oder eine Hündin (blaue Marke) und gehört „der Stadt“. Das bedeutet aber nicht, dass eine Instanz der Gemeinde sich darum kümmert. „Stadt“ bedeutet: er gehört niemand, sondern den Menschen der Stadt, jemand kümmert sich und füttert ihn.
Ist das nicht der super Tierschutz?! Die Hunde sind akzeptiert, man sieht sie gerne, man verwöhnt sie. Ein paar Unartigkeiten werden ihnen grosszügig verziehen. Im Gegenzug verhalten sich die Hunde nicht zu störend und sind sehr entspannt. Sie geniessen die grösstmögliche Freiheit und haben menschlichen Kontakt. Mein Weltbild vom Tierschutz fällt gerade auseinander.
Natürlich ist es nachdrücklich nicht überall so. Wie hier z.B. in ländlichen Gebieten auch anders mit Hunden umgegangen wird und Zwingerhaltung nicht selten ist.
Aber wenn so etwas in einer Stadt eines Landes möglich ist, müsste das doch übertragen werden können? Vielleicht wäre es sinnvoller, Geld und Energie darin zu stecken, statt die Hunde hierher zu holen und so zu retten?
Natürlich wird es auch mal einem Hund schlecht gehen, wird er nicht rechtzeitig beim Tierarzt landen oder könnte er überfahren werden. Das aber verglichen mit einem Leben hier an der Leine (Angst, Jagdtrieb), oder mit den unzähligen Fällen von „geretteten“ Hunden die hier kurz nach Ankunft aus dem Halsband oder aus der Tür entkommen und desorientiert irgendwo herumirren, überfahren werden oder einfach nie wieder gefunden werden....hm.
Auf jeden Fall weiss ich, wo mich mein nächster Urlaub hin führt. Das muss ich sehen. Sehr interessant fände ich dann zum Beispiel auch die Frage welche Rassetypen man dort am meisten (oder am wenigsten!) sieht. Denn Sozialkompetenz ist ja die Eigenschaft welche die meisten von uns am wichtigsten finden für unsere Hunde.
Interessant finde ich übrigens auch schon die Feststellung, dass keine Rassenhunde dabei sind bei dieser Vielzahl Hunde die es hinbekommt, so unkompliziert mit dem Menschen zusammen zu leben – frei, akzeptiert, versorgt, mitten in einer Großstadt...
donderdag 24 november 2011
Ab April 2012 wieder im Angebot: Die Strass-Schnecken für Ihren Garten!
Sie mochten es nie wenn Schnecken Ihren Garten besuchten? Das können Sie jetzt ändern!
Jetzt vorbestellen und diese mobilen Schmuckstücke für die nächste Saison sichern - Sie werden sich jedesmal freuen eine Ihrer ganz persönlich dekorierten Schneckchen zu entdecken!
Alle Schnecken erreichen ihr neues Zuhause in bester Gesundheit. Während ihr Haus geschmückt wird, wird sie artgerecht auf einem mit ionisiertem Wasser befeuchteten Salatblatt vom Biobauern gehalten. Natürlich einzeln, um Stress und Aggressionen untereinander zu vermeiden.
Die Reise in ihren neuen Garten verbringt Ihre Schnecke natürlich mit ihrem eigenen Salatblatt, das sie ja schon kennt, in einer sicheren und stabilen Reisehöhle.
Preis je nach Größe € 3,95 bis € 9,95 (excl. Versand).
Bestellungen über Email
info@hondenhut.de
mit Angabe der Minimum Größe und den gewünschten Farbtönen!
zaterdag 5 november 2011
2 Tagesworkshops Longieren mit Hund am 10. und 11. März 2012!

Auf Wunsch vieler haben wir Sami el Ayachi ein weiteres Mal buchen können!
Der 10. März 2012 (Samstag)ist reserviert für Anfänger im Longieren.
Am 11. März 2012 (Sonntag) geht es wieder rund für diejenigen, die Sami schon kennen.
Ein Zelt mit Heizung wird das Warten auf den nächsten Durchlauf angenehm machen.
Kosten: € 130.- pro Mensch-Hund Team
Inbegriffen sind Kaffee, Thee und Mittagessen.
Zuschauer können nicht mitgenommen werden. Verträgliche Hunde können in der Pause auf dem eingezäunten Gelände frei laufen.
Anmeldung per Email an info@hondenhut.de
zaterdag 17 september 2011
Wie erreichst Du Verlässlichkeit bei Deinem Hund?
Das hat zu tun mit meinem Hund vertrauen (können), aber auch mit Müssen, mit Zwang.
Bei dem Wort stemmt sich innen schon etwas dagegen, man will kein Tyranne sein, keinen Zwang ausüben.
Du hast Deinem Hund mit viel Mühe und Geduld dasjenige beigebracht was wichtig ist im täglichen Leben: Sitz, Platz, Fuss, Komm und vielleicht auch noch viel mehr - und dann tut er es nur manchmal, oder auch nur manchmal nicht.
Das ist nicht nur lästig im Zusammenleben, sondern kann viel Ärger geben und sogar lebensgefährlich sein für Deinen Hund wenn er zum Beispiel auf eine befahrene Strasse zuläuft. Wenn er etwas größer ist und jemanden anspringt kannst Du das Ordnungsamt an den Hals bekommen und kann Dein Hund schon als gefährlich eingestuft werden, bis Du das Gegenteil beweist. Wenn er an der Leine andere Hunde anpöbelt und auch noch schwarz und/oder ein Schäferhund ist, wirst Du verpöhnt und vermieden und es dauert nicht lange bevor Du eine Liste hast mit allen Hunden aus der Nachbarschaft und den Zeiten an denen die Gassi gehen und gezwungen bist Deine Spaziergänge irgendwie dazwischen zu planen. Ableinen geht nur in sorgfältig selektierten Gebieten "wo nix ist" und "nix" bedeutet dann wahlweise andere Hunde, Wild, Radfahrer oder Jogger. Wo man aber erst hinfahren müsste, wofür man dann Zeit haben müsste. Dann kommt das Schuldgefühl: man müsste ihn eigentlich mehr auslasten. Eventuell auch noch die Enttäuschung: er ist nicht so wie man sich das gewünscht hat. Er weiss, dass ich es (nicht) möchte, aber er tut es doch (nicht).
Was ist schöner, als mit einem freilaufenden Hund unterwegs sein und zuschauen wie er Spass hat. Meine Lehrmeisterin Nadin Matthews sagte "wenn Du Deinen Hund ableinst, leinst Du gleichzeitig auch Dich selbst ab" - und wie wahr ist das. Was ist schöner als mit dem an-oder abgeleinten Hund harmonisch spazieren zu gehen.
Freiheit für beide - und für beide innerhalb von Grenzen. Wir sind verantwortlich für das Definieren der Grenzen denn das kann der Hund nicht.
Das Dilemma
Du befindest Dich in einem ernsthaften Dilemma: Du willst keinen Zwang ausüben, aber Dein Hund soll, wenn es Dir wichtig ist, zuverlässig auf Dich hören.
Der Weg
Es gibt einen Weg aus dem Dilemma!
Wahrscheinlich hast Du schon mehrere Wege ausprobiert. Du hast trainiert ohne Ende und geübt, geübt, geübt. Irgendwann muss es doch sitzen. Aber immer wieder machst Du die Erfahrung, dass wenn Deinem Hund etwas echt wichtig ist, er vergessen hat was er gelernt hat.
Der Weg ist: baue Brücken für Deinen Hund!
Die Lücke und die Brücke
In der Grundschule war Rechnen am Anfang schön. Wir zählten zusammen und zogen ab und es hiess auch noch einfach so. Im Chor sagten wir das 1x1 wie eine Mantra. Dann kam mein Vater auf eine Idee: wir sollten lernen unseren Namen zu tanzen. Wir wechselten die Schule und ich hatte auf einmal Mathematikunterricht. Die Klasse hatte schon eine Weile davor angefangen mit Brüchen. Ich wurde zum lebendem Fragezeichen. Ich hatte eine ernsthafte Lücke und keine Brücke um diese zu überqueren und den Anschluss zu finden. Der Rest zog weiter, ich zog Enid Blyton aus dem Schulranzen und bildete mich damit.
Die Lücke bei Deinem Hund besteht nicht aus Übungsmangel - es hat keinen Sinn noch mehr und immer wieder das 1x1 aufzusagen. Und darum ist mehr Übung von dem was er schon weiss für ihn auch keine Brücke - Du hilfst ihm damit nicht weiter.
Die Lücke beim Hund und unser Dilemma entsteht in unserem Inneren, mit unserem Gefühl und unserem Wunsch keinen Zwang aus zu üben und kein Tyranne zu sein. Und genau hier müssen wir anfangen und unsere eigenen Gefühle und Gedanken untersuchen. Weil wir oftmals Annahmen und Erwartungen haben, die ein Hund einfach nicht wahrmachen kann. Zum Beispiel weil sie vollkommen gegensätzlich sind.
Die Arbeit
Untersuche mal -nicht mitten im Konflikt sondern in einer ruhigen Minute- was Du eigentlich unter Zwang verstehst. Ist das Kadavergehorsam? Oder Verbindlichkeit? Was bedeutet Verpflichtung? Was bedeutet es für Dich? Wie gehst Du mit Verbindlichkeiten um bei der Erziehung Deiner Kinder? Wie würdest Du reagieren wenn Dein Kind auf der Strasse Leute anpöbelt oder sogar mit Steinen wirft? Später als abgemacht nach Hause kommt? Bei einem gemeinsamen Einkauf in der Stadt ohne zu fragen abhaut, Dich stehen lässt und sich mit seinen Leuten auf der Kirmis trifft? Siehst Du das auch als unerwünschten Zwang? Solche Reflexionen ins eigene Innere sind manchmal nicht einfach, aber führen Dich weiter. Führen Dich zu Einsichten und auf einmal machts wieder Spass. Und merkst Du, dass das mühsame, frustrierende Üben der gleichen Sachen sich erledigt hat. In Luft aufgelöst, überflüssig.
Lehrer und Schüler
Auch mit Hunden kann man zu Abmachungen kommen. Das ist was ganz anderes als trainieren und üben. In unserer Hundeschule liegt genau in diesem Gebiet der Schwerpunkt. Wie stehen wir zusammen? Wie und wo entstehen ungeschriebene Regeln? Wie sprechen wir miteinander und was sagen wir dann eigentlich zueinander? Und vor allem: wie baue ich Brücken für meinen Hund. Denn auch das Lernen vom Eingehen von Verbindlichkeiten muss aufgebaut werden. Von ganz klein ("wenn ich mit Dir spreche kann es nicht sein, dass Du mich ignorierst", bis ganz gross "da läuft der Hase aber der ist nicht von uns" oder "da läuft Digger und ja, das darf der" und "wenn wir zusammen unterwegs sind, lassen wir einander nicht einfach im Stich".
Wenn ich das nicht mache, mein Hund noch keine Ahnung hat was Verbindlichkeit bedeutet und doch erwarte, dass er "hört" wenn es drauf ankommt, gebe ich ihm Recht wenn er abhakt. Seine Enid Blyton hat er schliesslich immer bei sich und für die Brücke braucht er einen guten Lehrer - Dich!
vrijdag 22 april 2011
Zomervakantie NL
Kaarthouders moeten NU reserveren om zeker te zijn voor een plek in de zomervakantie!!!!!
vrijdag 15 april 2011
Online buchen für die Hundepension!
woensdag 13 april 2011
Update Workshop Longieren mit Hund
Update 23.4.2011: noch 6 Zuschauerplätze frei
dinsdag 12 april 2011
WORKSHOP LONGIEREN MIT HUND
mit Sami El Ayachi
am 25. und 26. Juni 2011
Nähe durch Distanz und Freiheit durch Verlässlichkeit sind die Grundpfeiler der
Ausbildungsphilosophie von Sami El Ayachi. Beides ist durch das Longieren mit Hund
erreichbar.
Das Longiertraining ist eine einzigartige Möglichkeit, die Bindung und Kommunikation
zwischen Hund und Mensch herzustellen, zu verbessern und zu festigen.
In diesem Workshop lernt der Mensch u.a.:
- seinen Körper bewusster zu bewegen,
- die Wirkung seiner Körpersprache auf den Hund zu verstehen,
- seine Körpersprache zur Kommunikation mit dem Hund zu nutzen,
- die Bindung zum Hund zu verbessern,
- seinen Hund durch die menschliche Körpersprache zu leiten,
- dem Hund Grenzen und Tabuzonen zu setzen und
- die Körpersprache des Hundes zu erkennen, zu verstehen und zu nutzen.
In diesem Workshop lernt der Hund u.a.:
- den Menschen und seine Körpersprache zu verstehen,
- auf seinen Menschen und dessen Körpersprache zu achten,
- dem Menschen zu vertrauen,
- die Bindung zum Menschen zuzulassen,
- sich vom Menschen leiten zu lassen und
- Grenzen und Tabuzonen zu akzeptieren.
Sami El Ayachi ist Rechtsanwalt und Verhaltensberater für Hunde. Seit Jahren beschäftigt er sich
mit dem Longiertraining und hat diese Form der Kommunikation mit Hunden immer weiter
individualisiert und entwickelt. Durch die gezielte Schulung der menschlichen Körpersprache ist
es ihm gelungen, dass das Training ohne Motivationshilfen durchgeführt werden kann. Die
Motivation für den Hund ist am Ende der Mensch!
Sami El Ayachi ist für den Bereich Longieren mit Hund empfohlener Partner und Teammitglied
von www.dogument.de (Nadin Matthews).
Ort: Gelände De Hondenhut, Hülmer Deich 98, 47574 Goch
Zeit: an beiden Tagen 10.00 bis 17.00 Uhr.
Kosten: € 190.- pro Mensch/Hund Team (maximal 8 Teams)
€ 80.- pro zuschauende Teilnehmer (maximal 15 Zuschauer)
Anmeldung: 0173-5323473 oder info@hondenhut.de